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Als Nachfolger von Ludwig Erhard wurde er am 1. Dezember 1966 Bundeskanzler der bisher einzigen Großen Koalition (bis 1969) auf Bundesebene, er erhielt dabei 340 der 447 Stimmen der Koalitionsfraktionen. Konrad Adenauer lehnte den Kandidaten wegen mangelnder Durchsetzungsfähigkeit ab. Bei der Nominierung durch die CDU/CSU-Fraktion setzt er sich erst im dritten Wahlgang gegen Gerhard Schröder und Rainer Barzel durch. Der als "Häuptling Silberzunge" bezeichnete Kiesinger galt vor allem als Redner, der zahlreiche literarische Anspielungen und schöngeistige Hohenflüge in seine Reden aufnahm. Innerhalb der großen Koalition, die so widersprüchliche Charaktere wie Willy Brandt, Franz-Josef Strauß und Herbert Wehner in einem Kabinett vereinte, war Kiesinger vor allem als wandelnder Vermittlungsausschuss tätig. Er schaffte es, dass die Regierung trotz interner Reibereien nicht nur hielt, sondern auch fast alle angekündigten Vorhaben in den drei Jahren seiner Amtszeit umsetzen konnte.
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